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sport auto 24h-Projekt 2008: Kurz-Geschichte
07 | 2008
Der Auftritt des von sport auto beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring eingesetzten Audi R8 war wegen der langen Vorgeschichte von größter Beachtung begleitet. Umso leidvoller die Tatsache, dass schon vor dem Start die weiße Flagge gehisst werden musste.
Sich im Angesicht der bevorstehenden, unabwendbaren Katastrophe dem Fatalismus hinzugeben, ist eine gängige Verhaltensweise, die nicht nur unter Deliquenten höchste Wertschätzung genießt. Beruhigungsfloskeln von der Art „Mehr als dunkel wird`s ja nicht“ haben den Beteiligten des von sport auto initiierten 24- Stunden-Projekts sicher geholfen, die sachlich betrachtet niederschmetternden Umstände als doch nicht ganz so dramatisch empfinden zu müssen.
Viel Fantasie war dafür freilich nicht nötig, denn in der langen Vita des als eine der größten Herausforderungen bekannten 24-Stunden-Rennens sind schon die schmerzlichsten Gründe des Scheiterns offenkundig geworden. Solche, die den zumindest optisch glänzenden R8-Auftritt am Ring fast schon als gnädiges Schicksal erscheinen lassen. „Stellt Euch vor, das Auto wäre gleich am Anfang verunfallt oder in der letzten Runde wegen eines Pfennigartikels ausgefallen!“ – so der opportune Versuch, den klassischen Fehlstart in einem versöhnlicheren Licht dastehen zu lassen. Oder der: „Die Möglichkeit, dass uns das Auto irgendwo auf der Strecke, womöglich am letzten Zipfel der Nordschleife abbrennt, war nicht von der Hand zu weisen.“ Der mit zitternden Händen an den Schläfen und mit Entsetzen in der Stimme durch schmale Lippen herausgepresste Satz darf im Nachhinein als ähnlich realitätsnahes Szenario angesehen werden wie die Prophezeihung, dass der Motor sicher keine zwei Runden mehr mitgemacht hätte.
Der drohende Gesichtsverlust durch die am Freitag nach dem Nachttraining aus Sicherheitsgründen ausgesprochene Rennabsage verblasste angesichts der dramatischen Ausfallgründe, die sich durch ein massives Problem im Ölkreislauf des V8-Motors aufgetan hatten, zusehends. Der im Grunde seiner Substanz im Eifer der kurzen Vorbereitungszeit am Ende weitgehend serienmäßig gebliebene, aber mit einer rundum geänderten Peripherie arbeitende Motor konnte aus kurzfristig nicht nachvollziehbaren Gründen nicht die Menge Öl bei sich behalten, die er zum Überleben brauchte, weil der für einen Rennmotor konzipierte Ölbehälter nicht mit dem Trockensumpf-Kreislauf des Serienaggregats harmonierte. Die fatale Folge: all swimming in oil. So blieb der Audi R8 als königsblauer Solitär bis zum Rennende unversehrt und in optisch glänzender Verfassung. Eine vor dem Bilstein-Truck zu bewundernde, statisch präsentierte Augenweide für die Fans.
Immerhin war zuvor mit insgesamt sechs Runden auf dem Grand Prix Kurs und zwei Umläufen auf der Nordschleife der Beweis erbracht worden, den zum Rennwagen avancierten R8 innerhalb von gut vier Monaten ans Laufen gebracht zu haben – zumindest gegenüber all jenen Zaungästen, die das zweite Training intensiv verfolgten.
72 Stunden bevor der Rennleiter die Startflagge senkte, tendierte die Chance, dem Renn-R8 am Ring überhaupt einen Auftritt zu verschaffen, nämlich noch gänzlich gegen Null. Zu dem Zeitpunkt stand eine völlig unerwartete Motortransplantation auf dem Programm. Ohne Zugriff auf einen Ersatzmotor ein wenig Erfolg versprechendes Vorhaben.
Ausnehmend gute Drähte zu höheren Mächten haben schließlich innerhalb weniger Stunden ein kleines Wunder wahr werden lassen, auf das kurz zuvor keiner mehr zu Hoffen gewagt hatte: Dass ein Rennwagen mit Namen Audi R8 auf dem Nürburgring überhaupt in Erscheinung treten würde.
Quelle: SPORTAUTO
Autor: Horst von Saurma
Fotos: BRFOTO (#1), Rossen Gargolov
Sich im Angesicht der bevorstehenden, unabwendbaren Katastrophe dem Fatalismus hinzugeben, ist eine gängige Verhaltensweise, die nicht nur unter Deliquenten höchste Wertschätzung genießt. Beruhigungsfloskeln von der Art „Mehr als dunkel wird`s ja nicht“ haben den Beteiligten des von sport auto initiierten 24- Stunden-Projekts sicher geholfen, die sachlich betrachtet niederschmetternden Umstände als doch nicht ganz so dramatisch empfinden zu müssen.
Viel Fantasie war dafür freilich nicht nötig, denn in der langen Vita des als eine der größten Herausforderungen bekannten 24-Stunden-Rennens sind schon die schmerzlichsten Gründe des Scheiterns offenkundig geworden. Solche, die den zumindest optisch glänzenden R8-Auftritt am Ring fast schon als gnädiges Schicksal erscheinen lassen. „Stellt Euch vor, das Auto wäre gleich am Anfang verunfallt oder in der letzten Runde wegen eines Pfennigartikels ausgefallen!“ – so der opportune Versuch, den klassischen Fehlstart in einem versöhnlicheren Licht dastehen zu lassen. Oder der: „Die Möglichkeit, dass uns das Auto irgendwo auf der Strecke, womöglich am letzten Zipfel der Nordschleife abbrennt, war nicht von der Hand zu weisen.“ Der mit zitternden Händen an den Schläfen und mit Entsetzen in der Stimme durch schmale Lippen herausgepresste Satz darf im Nachhinein als ähnlich realitätsnahes Szenario angesehen werden wie die Prophezeihung, dass der Motor sicher keine zwei Runden mehr mitgemacht hätte.
Der drohende Gesichtsverlust durch die am Freitag nach dem Nachttraining aus Sicherheitsgründen ausgesprochene Rennabsage verblasste angesichts der dramatischen Ausfallgründe, die sich durch ein massives Problem im Ölkreislauf des V8-Motors aufgetan hatten, zusehends. Der im Grunde seiner Substanz im Eifer der kurzen Vorbereitungszeit am Ende weitgehend serienmäßig gebliebene, aber mit einer rundum geänderten Peripherie arbeitende Motor konnte aus kurzfristig nicht nachvollziehbaren Gründen nicht die Menge Öl bei sich behalten, die er zum Überleben brauchte, weil der für einen Rennmotor konzipierte Ölbehälter nicht mit dem Trockensumpf-Kreislauf des Serienaggregats harmonierte. Die fatale Folge: all swimming in oil. So blieb der Audi R8 als königsblauer Solitär bis zum Rennende unversehrt und in optisch glänzender Verfassung. Eine vor dem Bilstein-Truck zu bewundernde, statisch präsentierte Augenweide für die Fans.
Immerhin war zuvor mit insgesamt sechs Runden auf dem Grand Prix Kurs und zwei Umläufen auf der Nordschleife der Beweis erbracht worden, den zum Rennwagen avancierten R8 innerhalb von gut vier Monaten ans Laufen gebracht zu haben – zumindest gegenüber all jenen Zaungästen, die das zweite Training intensiv verfolgten.
72 Stunden bevor der Rennleiter die Startflagge senkte, tendierte die Chance, dem Renn-R8 am Ring überhaupt einen Auftritt zu verschaffen, nämlich noch gänzlich gegen Null. Zu dem Zeitpunkt stand eine völlig unerwartete Motortransplantation auf dem Programm. Ohne Zugriff auf einen Ersatzmotor ein wenig Erfolg versprechendes Vorhaben.
Ausnehmend gute Drähte zu höheren Mächten haben schließlich innerhalb weniger Stunden ein kleines Wunder wahr werden lassen, auf das kurz zuvor keiner mehr zu Hoffen gewagt hatte: Dass ein Rennwagen mit Namen Audi R8 auf dem Nürburgring überhaupt in Erscheinung treten würde.
Quelle: SPORTAUTO
Autor: Horst von Saurma
Fotos: BRFOTO (#1), Rossen Gargolov






















